Tagebuch auf Deutsch Teil XXIV

Hier ist der 24. Teil des Tagebuchs auf Deutsch.

Mi 22.6.2016

Kurz vor acht bringt mich Arturo nach einem leckeren Frühstück zum Dive Center „Under Pressure“. War schon der erste Eindruck klasse, so wird auch heute ihre Professionalität unterstrichen. Da ein Dive Master Anwärter mit seinem Buddy eigenständig tauchen sollen, habe ich in Mauricio heute meinen persönlichen Guide. Die restlichen 16 im Boot sind Tauchschüler. In 20 Minuten sind wir am ersten Tauchplatz und Mau prüft sehr gewissenhaft meine Ausrüstung. Auch unter Wasser lässt er mich nicht aus den Augen. Das hatte ich bisher selten in dieser Form. Toll! Wir beide genießen einen wunderbaren Tauchgang mit vielen schönen Hart- und Weichkorallen, jeder Menge Fische, die ich zuvor noch nie zu sehen bekam, Langusten, Muränen und ein Electric Ray.

Nach dem ersten Tauchgang machen wir eine knappe Stunde Pause, bekommen einen Snack und etwas zu trinken. Dann geht es zum 2. Tauchgang, der in 5 Meter Tiefe im Sand beginnt. Tatsächlich verstecken sich auch hier in den wenigen Pflanzen verschiedenste Tiere und in einer Kiste mit angemalten Flaschen versteckt sich ein Oktopus. Enorm, wie sich dieser den verschieden Farben, die ihn umgeben, anpassen kann. Ich genieße den Tauchgang so gut es geht. Denn ich merke schon, wie mein Magen sich bemerkbar macht und ich froh bin, als wir dann aus dem Wasser sind und das Boot wieder an Land. Daher buche ich auch noch nicht erneut für morgen, sondern warte erst einmal ab. Arturo holt mich am Center ab, und es gibt zum Mittagessen eine leichte Suppe. Anschließend lege ich mich hin. Es wird immer schlimmer, bis ich mich endlich übergeben kann. Ich trinke etwas Cola, dann schlafe ich ein.

Do 23.6.2016

Es geht mir etwas besser, trinke Tee und esse etwas Obst und Toast. Den restlichen Tag ruhe ich mich aus und genese langsam. Zu gerne wüsste ich, was das war. Am Abend kocht uns Elisabeth Lachs mit Kartoffeln und Salat. Sehr lecker, und mein Appetit ist wieder da! Gemeinsam stoßen wir auf den heute auf Kuba unterzeichneten Vertrag an, der nach 52 Jahre endgültig Frieden für Kolumbien bedeutet.

Fr 24.6.2016

Nach vier Tagen fällt mir der Abschied von dieser Oase schwer. Noch ein Abschiedsfoto, dann fahre ich gegen 10 Uhr in Richtung Minca. Die Fahrt dorthin ist herrlich. Schöne Kurven durch ein Waldgebiet, das für angenehme Temperaturen sorgt. Nur Minca selber bietet nichts. Man muss wohl hier länger bleiben und Ausflüge in die Natur machen. So kehre ich also um, fahre die Strecke, die ich kam zurück und folge dem Navi nach Mompós (auch Mompóz oder Mompóx geschrieben). Erst als ich über Wasser komme, merke ich, dass das Navi einer anderen Strecke folgt, als ich vorhatte. Also fahre ich die 9km zurück und biege auf die N45 ab. Jetzt ist die Entfernung auch 90km kürzer, nämlich nur noch 320km. Die Straße ist schnurgerade, die Landschaft ganz schön, Mehr aber auch nicht. Nachdem ich nach Westen abgebogen bin, wird die Straße irgendwann zur Schotterpiste, die ich mir nach einem Regen gar nicht ausmalen möchte.

Und da das Wetter hier zu häufig und schnell umschlägt, trete ich den Rückzug an und fahre nicht die 70km weiter. Erst später sehe ich auf Google Maps, dass es auch eine andere Strecke gegeben hätte, die wahrscheinlich asphaltiert ist. Jedoch ist es mir dafür inzwischen zu spät. Dieses Mal ist mir iOverlander, eine kostenlose App für Reisende, behilflich und schlägt mir eine Unterkunft in Aguachina vor. So fahre ich die restlichen 120km gemütlich mit 100km/h. Denkste! Weiter vorne winkt mich ein Polizist heraus, während sein Kollege die Radarpistole weiterhin auf mich hält, obwohl ich mit 20km/h anrolle. Seltsam. Er ist freundlich, fragt mich, ob ich Spanisch verstehe – was ich mit „ein bisschen“ beantworte – und will meine Papiere sehen. Diese übergebe ich ihm. Erst als er etwas von „Strafe“ meint, stelle ich mich taub und frage auf Englisch, wie schnell man hier denn fahren darf – ich glaube, es sind 80km/h, weiß es aber nicht genau. Da er wiederum das nicht versteht, gibt ihm sein Kollege ein Zeichen, mich fahren zu lassen. Glück gehabt! Die nächste Radarkontrolle lässt nicht lange auf sich warten. Nur 10km weiter steht erneut die Polizei. Dieses Mal sehe ich sie früher, reduziere etwas die Geschwindigkeit und kann passieren. Ein kurzer, aber kräftiger Schauer macht mich recht nass. Jedoch habe ich keine Sekunde daran gedacht, mir die Kombi überzuziehen, denn eine Abkühlung bei 36°C tut gar nicht schlecht. Sofort sinkt die Temperatur auf 28°C. Nach 540km erreiche ich das Hotel Luz Mery mit eigenem Parkplatz im Hof. Direkt vor dem Zimmer mit Klimaanlage und eigenem Bad kann ich parken. Und das alles für $35.000 (€11,-) Sehr gut. Im gegenüberliegenden Biergarten lasse ich mir eine Picada Mixta (Schlachtplatte) schmecken, die so groß ist, dass ich sie tatsächlich nicht schaffe.

Sa 25.6.2016

Mit aufkommender Wehmut beginne ich die heutige, drittletzte Etappe meiner Reise bei bewölktem Himmel und angenehmen 28°C. Bis San Alberto folge ich der weiterhin geraden Straße, dann – endlich – kommen die heißersehnten Kurven auf der 45A. Es geht hinauf auf 600m. Mit jedem Meter wird es dunkler und bald fallen die ersten Tropfen. Das Schlimmste daran ist, dass die Balken, die ähnlich der Zebrastreifen auf die Fahrbahn gemalt sind, so rutschig werden, dass jedes Mal mein Hinterrad einen kleinen Satz macht. Die Verantwortlichen können sich auf jeden Fall sicher sein, dass die vielen Mopeds hier definitiv langsam fahren. In El Playón mache ich bei einer Panadería Halt und trinke einen Kaffee zur Plundertasche. Wie gut diese Entscheidung war, zeigt sich kurz darauf bei der Stadtdurchfahrt Bucaramangas.

Im Stop and Go eine Stunde bei 35°C eine echte Herausforderung. Da tun die vielen anerkennenden Blicke und kurzen Gespräche an den Ampeln richtig gut und sorgen für etwas Kurzweil. Endlich bin ich draußen und … Kurven, Kurven, Kurven. Dazu zeigt sich noch die Sonne. Leider bin ich erneut zu spät, sodass mir keine Zeit bleibt, mir den Nationalpark Chicamocha anzusehen. Es bleiben also genügend Sehenswürdigkeiten übrig, die ich beim nächsten Mal ansehen werde. In San Gil geht es auf groben Steinen in Richtung Barichara. Am Ortsende ist die Straße bestens präpariert und herrlich zum Fahren. Nur tröpfelt es schon wieder. Vor Dunkelheit erreiche ich den Ort und gönne mir ein Zimmer im schönen Hotel Casa Oniri, in dem ich für zwei Nächte einchecke. Einer herrlichen einstündigen Massage folgt ein leckeres Abendessen in einem Restaurant am oberen Ende des Dorfes, in dem ich mir das Speil um Platz 3 zwischen Kolumbien und USA anschaue (1:0).

So 26.6.2016

Nach einem guten und ausgiebigen Frühstück schaue ich mir als einzige Gast Deutschland gegen Slowakei an (3:0). Entgegen 90% Regenwahrscheinlichkeit strahlt die Sonne vom Himmel, als ich mich auf den Weg durch den wunderschönen Ort mache.

Die kleinen Straßen und Plätze, die Kirchen und der Parque para las Artes gefallen mir richtig gut. Dann gehe ich zum Wanderweg nach Guane, der speziell zu Beginn recht steil ist, und wegen seiner groben Steine einiges an Konzentration verlangt. Ein malerischer Weg, auf dem mir in den zwei Stunden gerade mal drei Personen begegnen. Gegen halb vier erreiche ich den verschlafenen Ort Guane, der außer einem Platz mit Kirche und einem Museum, das für seine archäologischen Funde aus der Gegend berühmt ist, nicht viel zu bieten hat. In einer kleine Laube esse ich etwas, bevor ich um 17.15 Uhr mit dem Bus wieder zurück fahre. Vom Balkon eines Restaurants am Hauptplatz genieße ich das Treiben und den Sonnenuntergang bei einem Glas Wein.

Mo 27.6.2016

Da die heutige Etappe nur rund 210km haben wird, frühstücke ich nochmal ausgiebig, telefoniere mit der Heimat und begebe mich bei herrlichem Sonnenschein gegen viertel vor elf auf die vorletzte Etappe. Zunächst zurück nach San Gil sagt mir Google Maps nach rechts, während mein Navi und mein Blick auf die Karte nach links Richtung Charalá meinen. Kurze Zeit später erreicht Flecha die 50.000km Marke und ich die erste Baustelle, die mich ausbremst. Meine Geduld wird auf die Probe gestellt, denn es heißt bei über 30°C nun 20 Minuten warten. Über immer wieder unbefestigten Untergrund geht es weiter… zur nächsten Baustelle. Ist das nervig! Beim dritten Stopp frage ich die beiden auf dem Roller neben mir, ob das so weiter geht bis Duitama. Sie schauen mich entgeistert an. Zwar ist dies wohl die letzte Baustelle, jedoch sei der Weg dorthin mit meinem Motorrad eine Herausforderung.

Wir dürfen fahren, wobei ich nicht weiß, was ich davon halten soll. Egal, denn es folgt endlich wieder eine schöne Straße in recht gutem Zustand. Erneut vergewissere ich mich in Charalá, ob ich auf dieser Straße bis nach Duitama komme, was mir bestätigt wird. Es lässt nicht lange auf sich warten, da wird die einst schöne Straße nun eine herausfordernde Schotterpiste – für die nächsten 50 Kilometer, wenn ich meinem Navi trauen kann. Jetzt verstehe ich auch die Beiden auf dem Roller. Aber umdrehen geht nicht und das Wetter und die Landschaft passen. Zuhause gebe ich für solche Verhältnisse ein Heiden Geld aus. Hier bekomme ich es gratis! Plötzlich tauchen Schilder einer bevorstehenden Baustelle auf. Die Geschwindigkeit wird auf 30km/h reduziert – als ob ich unter diesen Umständen schneller fahren würde. Kurz keimt die Hoffnung auf, dass vielleicht doch Asphaltarbeiten meine Reisezeit etwas verkürzen. In der nächsten Kurve kommt die Ernüchterung, denn es wird nur die Brücke erneuert. Allerding gibt es keine alte, die ich benutzen kann. Stattdessen erreiche ich die größte Wasserfurt meiner Reise.

way to Duitama

way to Duitama

Es geht recht steil bergab, und der Strom hat eine ordentliche Geschwindigkeit. Die Gewissheit, dass auf der anderen Seite zwei Bauarbeiter zur Not helfen können, beflügelt mich, ohne weitere Prüfung das Risiko auf mich zu nehmen und viel zu schnell hindurch zu fahren. Es spritzt weit über mich hinüber und tatsächlich schaffe ich es ohne Sturz hindurch. Richtig stolz fahre ich weiter. Das Tal ist beeindruckend. Als ich nun an den vom Navi vorgeschlagenen Abzweig komme, der in der Tat den kürzesten Weg nach Villa de Leyva angibt, entscheide ich mich dann doch für „nur“ noch 50km weiteres Steine zählen. Inzwischen auf 2.600m Höhe angelangt, bereue ich keine Sekunde, diesen Weg genommen zu haben, denn die Aussicht ist einmalig. Ich komme an einem Dorf vorbei, das ausschließlich aus Holzhäusern besteht.

Leider fehlt mir ein wenig die Zeit, mir dieses Dorf genauer anzusehen, denn übernachten will ich hier oben dann doch nicht. Es geht wieder bergab, und wie aus dem Nichts erscheint 19km vor Duitama eine perfekte Teerstraße mit einmaligen Kurven und sogar Markierungen. Dieser Spaß hält jedoch genau 5km an, dann folgt wieder Schotter. Nach 7 Stunden und 120km erreiche ich gegen 17.30 Uhr endlich den Ort. An einer Tankstelle fülle ich Luft auf, jedoch ohne Anzeige des Luftdrucks. Nur gut, dass ich eine eingebaute Anzeige habe. Auf der 4-spurigen Landstraße kann ich meine verspannten Muskeln etwas entlasten. Kurz vor Tunja geht es rechts weg nach Arcabuco. Gespenstische Abendstimmung macht sich breit. Es wird dunkel und Nebel kommt auf. Aber es bleibt ausnahmsweise trocken. Nach dem Abzweig nach Villa de Leyva holt mich nach kurzen Kurventanz dann doch nochmal der Schotter ein. Und auf der Suche nach einer Bleibe werde ich entweder enttäuscht, weil kein Zimmer mehr frei ist, oder weil es nichts zu essen gibt. Frustrierend! Völlig kaputt erreiche ich Villa de Leyva und nehme mir ein Zimmer im zugegeben schicken, aber auch teuren Hotel Maria Bonita, wo man mir gleich nochmal $10.000 abknöpft, weil ich mit Kreditkarte bezahle. Ich bin zu müde, um zum Automaten zu gehen. Jetzt bekomme ich eine himmlisch heiße „Wasserfall“-Dusche. Richtig sauer – ich fühle mich verarscht – werde ich, als ich für die Pizza, die in der Karte für $22.000 steht, plötzlich $35.000 bezahlen soll, da der eigentliche Lieferant nicht mehr offen hat. Ich protestiere in meinem besten Spanisch – zur Not lasse ich sie zurückgehen – und bekomme sie für den ursprünglichen Preis. Geht doch! Mit etwas im Bauch geht es mir gleich viel besser. Und Flecha steht alleine in der riesigen Garage. Gute Nacht!

Di 28.6.2016

Um etwas vom Tag zu haben, stehe ich pünktlich um acht Uhr beim Frühstück. Der wirklich nette Ort mit dem riesigen Plaza Major ist schnell besichtigt.

Dann bekommt Flecha mal wieder etwas Öl, da sie wirklich nötig hatte. Zum Casa Terracota ist es nicht weit, jedoch macht der Parkwächter keinerlei Anstalten, mir die Schranke zu öffnen. Ich stelle das Motorrad ab, mache das obligatorische Foto, als der Kerl zu mir kommt und extrem unhöflich meint: „$7.000 Pesos!“. Auf so eine Art vergeht mir die Lust, mir das Haus genauer anzusehen und fahre weiter. Ob mich der Regen heute erneut verschont? Es schaut ziemlich finster in Richtung Bogotá aus. Aber mehr als ein paar Tropfen werden es glücklicherweise nicht. Ansonsten ist die Fahrt recht langweilig – viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. Och ne! Jetzt spinnt meine Tankanzeige erneut und bleibt exakt bei den 53km Reichweite stehen, die mein Navi mir noch als Entfernung anzeigt. Das ist mir dann doch zu gewagt und ich fülle nochmal 4,8 Liter nach, ohne jetzt genau zu wissen, wieviel Benzin im Tank sein werden, wenn es in den Flieger geht. Kurze Zeit drauf sehe ich einen Waschplatz, bei dem ich Flecha eine Grundreinigung für $10.000 gönne. Sonst wäre sie wohl nicht mitgenommen worden. Die letzten Kilometer verlaufen durch die Nobelorte Bogotás. Häuser für mehrere Millionen Dollar und Nobelkarossen wohin man sieht. Oben am Berg angekommen wechselt das Bild schlagartig. Es folgen eine Stunde dichter Stadtverkehr bis ich im Hostel ankomme, das mir Alex empfohlen hatte. Leider gibt es hier kein Zimmer mehr. Aber nur 50m weiter werde ich im Hostel Alegria`s fündig und bekomme ein schönes Zimmer für die restlichen fünf Nächte. Und ich kann Flecha für die letzte Nacht tatsächlich im Innenhof parken – direkt vor meinem Zimmer. Besser hätte es gar nicht laufen können. Danke! Nach einem leckeren Steak sortiere ich meine Sachen und packe entsprechend um. Den Abend verbringe ich mit Margaret (USA) und Daniel (D) bis nachts um 1.30 Uhr im Innenhof des Hostels.

Mi 29.6.2016

Pünktlich um 8.30 Uhr bin ich bei Lyncargo. Es dauert über eine Stunde, bis alle Papiere ordnungsgemäß ausgefüllt und vervielfältigt sind. Dann warte ich bis 10.15 Uhr auf Libardo, der mich mit seinem Motorrad zur Halle führt, in der Flecha verpackt werden soll. Ich beginne damit, die das Windschild und die beiden Spiegel abzumontieren. Dann heißt es wieder warten, bis die Palette gebracht wird, auf der schlussendlich der Transport geschieht. Nach einer Stunde ist diese dann endlich da, und wir einen Schritt weiter. Jetzt müssen wir noch warten, bis das Holzgestell gefertigt ist, in das die Narbe des Vorderrades eingesteckt werden kann. Erst dann kann ich das Vorderrad ausbauen. Nochmals vergeht eine Ewigkeit.

Dann kann ich endlich die Jungs alleine lassen und mich um 13.30 Uhr auf den Rückweg mit dem Bus machen. Dieser, hier Transmilenio genannt, ist extrem lang und flott, da er seine eigene Spur hat. In der aufkommenden Sonne genieße ich mein Mittagessen und treffe später, nach einer kurzen Siesta, nochmal Margaret und Daniel im Hostel.

Do 30.6.2016

Bereits gestern hatte man mir offenbart, dass es mit einem Tag nicht getan ist, denn ich muss am Flughafen persönlich die Ausfuhr unterschreiben. Daher finde och mich erneut im Büro ein, allerdings mit einem Frühstück im Bauch erst um 10.30 Uhr. Auf Libardos Motorrad fahren wir zum Cargo-Bereich des Flughafens und müssen erst einmal über eine Stunde warten, bis Flecha in ihrer Kiste angeliefert wird. Aber auch jetzt wird meine Geduld weiterhin auf die Probe gestellt. Bis alle Dokumente fertig sind und ich meine Unterschrift und das begehrte Papier setzen darf, vergehen weitere vier (!) Stunden. Endlich können wir gehen. Dachte ich! Von wegen, denn wir müssen nochmal zurück zur Spedition, denn die Drogenpolizei hat die komplette Kiste wieder auseinander genommen, samt der Seitenkoffer, dem Tankrucksack und des Vorderrades. Sogar die Batterie muss ich nochmal anschließen, um den Motor zu starten.

Der Beamte riecht am Auspuff, ob da nichts Auffälliges rauskommt. Dann noch einen Blick mit der Taschenlampe in den Tank. Dann ist alles vorbei. Es ist 18 Uhr, bis wieder alles verpackt ist. Völlig ermattet vom Nichtstun nehme ich den Bus zum Hostel. Was für ein nerviger Tag!

Fr 1.7.2016

Inzwischen bin ich es gewohnt, dass es hier immer wieder regnet, dann die Sonne herauskommt und im nächsten Augenblick Regen und Sonne gleichzeitig auftreten. Dazu ist es relativ kühl. Mit Schirm und Regenjacke bewaffnet laufe ich durch die Altstadt zum Goldmuseum mit seinen 55.000 Exponaten, wovon rund 35.000 aus Gold sind. Der Eintritt inklusive 90 Minuten Führung kosten schlappe $3.000 (€1,-). Wirklich sehenswert.

Das kann man von dem Wetter nicht behaupten und ich laufe zurück zum Hostel. Am Abend treffe ich Hugo, Jenny und Valentina, die ich in Taganga kennen gelernt hatte. Ich bekomme eine tolle Stadtrundfahrt samt Blick über die Stadt vom Mirador de la Paloma Vía La Calera mit seinen vielen Lichtern.

Hugo, Jenny, Valentina by night

Hugo, Jenny, Valentina by night

Anschließend gehen wir in einem typisch kolumbianischen Restaurant essen. Und auch auf der Rückfahrt zeigt mir Hugo viele versteckte Winkel und Sehenswürdigkeiten der Stadt. Um kurz vor zwölf bin ich zurück im Hostel und falle müde ins Bett.

Sa 2.7.2016

Um 10 Uhr startet die Free-Walking-Tour am Museo del Oro. Fili, unser unheimlich sympathischer und sehr guter Guide, gibt uns in drei Stunden viele interessante Einblicke in die Geschichte der Stadt und des Landes. In einem Café verköstigt man uns mit der kolumbianischen Chicha, die sich durchaus von der peruanischen und ecuadorianischen unterscheidet, und mir nicht sonderlich schmeckt.

Natürlich schaue ich mir den Krimi des EM-Spiels Deutschland gegen Italien (1:1; 6:5 n.E.) in einem netten Café an. Im Anschluss laufe ich die „Septima“ (Carrera 7), hinauf bis zur Calle 26. Bis dorthin ist die Straße eine Fußgängerzone mit vielen Künstlern. Am Ende steht der Torre Colpatria, Bogotás bis jetzt höchstes bewohntes Gebäude. Für $5.500 kann man bis in den 46. Stock hinauffahren. Die letzten zwei Stockwerke muss man zu Fuß gehen. Dann eröffnet sich ein toller Blick über diese 8,8 Millionen-Metropole, die einem unendlich erscheint, denn egal in welche Richtung man schaut, es gibt überall nur Häuser.

Völlig erschöpft bin ich gegen 19 Uhr zurück im Hostel und verbrauche meine restlichen Vorräte.

So 3.7.2016

Wie kann es auch anders sein: es regnet und ist kühl. So macht mich der eigentlich geplante Ausflug zum Viertel Usaquén gar nicht an. Und auch eine Fahrt hoch zum Monserrate ist bei diesem Wetter irgendwie sinnlos. Und so gehe ich nochmal in die Museen, die wir gestern nur kurz gestreift hatten. Das Botéro Museum, das Casa de la Moneda und das Kunstmuseum sind in einem Gebäudekomplex und zudem sogar kostenlos zu besuchen. Um 14 Uhr schaue ich mir in der gegenüber dem Hostel liegenden französischen Pastelería das Spiel Frankreich gegen Island an (5:2), bevor ich mit dem Taxi zum Flughafen fahre und meine letzten $30.000 Pesos ausgebe. Was für eine Reise!

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2 thoughts on “Tagebuch auf Deutsch Teil XXIV

  1. Well done! Danke für Deine tollen und spannenden Berichte! Freu mich auf die “live” Erzählungen…. Gute Heimreise und bis bald! Liebe Grüsse, Dorit

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  2. Hallo Thomas
    erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag
    Denke Du bist jetzt wieder auf der Heimreise
    Es war mehr als fantastisch die Reiseberichte zu lesen, mit zu verfolgen was Du alles erlebt hast
    Freue mich auf persönliche Erzählungen

    Liebe Grüße
    Peter Edinger

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